Stadtkapelle beeindruckt bei musikalischer Goethepark-Plauderei
Die prüfenden Blicke von Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer an den Himmel waren von dem Moment an überflüssig, als die Stadtkapelle in der Konzertmuschel zu spielen begann: Der klangbunte Wind der Blasmusik vertrieb die dunklen Wolken und zog immer mehr Menschen in den Goethepark.
Waren schon zu Beginn alle verfügbaren Sitzgelegenheiten inklusive nahe gelegenen Parkbänken besetzt, so blieben immer mehr Passanten stehen und schlossen sich der bunten Zuhörerschaft an. Und selten bleiben die Gäste nach der Plauderei so hartnäckig klatschend Zugaben fordernd sitzen, wie dies am Sonntag geschah.
Wenn das Thema der Plauderei die Stadtkapelle ist und Landesmusikdirektor Bernd Gaudera das sinfonische Blasorchester aufspielen lässt, dann ist klar, dass die Musik am Sonntag gleichberechtigt mit den von Schlimmer moderierten Gesprächen aufwartete. Unter anderem mit einer Ouvertüre des Niederländers Jan de Haan erbrachte eine halbe Hundertschaft Bläser mit der ganzen Klangfarbenpracht eines Blasorchesters den Beweis, dass eine Blaskapelle weit mehr ist als, so Schlimmer, "Dicke-Backen-Musik".
Mit dem "Florentiner Marsch" und der Polka "Prager Gassen" zeigten die Bläser, dass sie auch dieses Genre beherrschen. Die musikalische Qualität der Stadtkapelle, zu der auch ein Jugendblasorchester mit 30 Spielern sowie die 25 Musiker in der Big-Band "Brass Connection" zählen - dazu werden in der eigenen Schule 100 Nachwuchsbläser ausgebildet - repräsentierten zwei Berufsmusiker, deren Wurzeln in der Stadtkapelle liegen. Beide haben vor über 20 Jahren als Schlagzeuger in Landau angefangen und ihr Instrument dann auch studiert. Leutnant Wolfgang Dietrich ist seit Oktober stellvertretender Dirigent und Leiter des Heeresmusik-Korps 10 in Ulm, Jochen Hubmacher preisgekrönter Musikjournalist und Kulturmoderator beim Südwestrundfunk 2.
Die Frauen in der männerdominierten Bläserwelt vertraten Susanne Frech und Flötistin Sabine Brenner, die über Jakob Winstel, den "Karajan vun Landaach", zur Kapelle kam. Als Tochter von Rudi Kröper, wie dessen Vater Tubist, habe ihr das Christkind mit zehn Jahren eine Klarinette gebracht - und damit den Weg der derzeit stellvertretenden Vorsitzenden bestimmt.
"Wenn man vorne dran steht wie eine Schlaftablette, kann man nichts bewegen", brachte Bernd Gaudera seinen Part zum Erfolg der Jahreskonzerte und hervorragender Ergebnissen bei Wertungsspielen und Orchesterwettbewerben auf den Punkt. Seit 15 Jahren feilt der Saxofonist und Klarinettist und Lehrer am Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasium am sinfonischen Blasorchester, dirigiert auch das Jugendorchester und leitet die vereinseigene Musikschule.
Andreas Winter, der beruflich bedingt von Berlin aus seit neun Jahren dem Verein vorsteht, beleuchtete die Geschichte der Stadtkapelle, die 1928 unter dem Deckmantel "Feuerwehrkapelle" aus der Taufe gehoben wurde, um von den Franzosen eine Genehmigung zu bekommen. Dabei fielen unter Beifall auch Namen wie Hans Streily und Alfred Schnerch senior und junior als Gründer von Jugendorchesters und Big Band. (srs)
(Die Rheinpfalz, Nr. 154, Lokalausgabe Weinstraße vom 7. Juli 2009)
Gleich mit zwei Preisen wurde die Stadtkapelle Landau bei den Wettbewerben beim Landesmusikfest Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Zunächst bestätigte das Sinfonische Blasorchester eindrucksvoll seinen Ruf als eines der besten Blasorchester im Land bei dem Orchesterwettbewerb des Landesmusikverbandes im Saalbau in Neustadt. Es belegte dort mit 85,2 von insgesamt 100 erreichbaren Punkten den 2. Platz. Genau den gleichen Wert erreichte die "Königliche Harmonie Heerlen" aus den Niederlanden. Ein dritter Preis wurde deshalb nicht vergeben. Den ersten Platz belegte das Symphonische Blasorchester Bingen-Dromersheim.
Erfolgreich waren die 50 Musiker unter Leitung von Landesmusikdirektor Bernd Gaudera mit der dritten Suite von Robert Jager sowie der "Suite on Celtic Folk Songs" in einer Bearbeitung des japanischen Komponisten Tomohiro Tatebe. Die Wertung erfolgte durch eine fünfköpfige Jury mit internationalen Musikexperten, darunter der holländische Komponist Piet Swerts sowie der Chefdirigent der großherzoglichen Militärmusik Luxemburg André Reichling. Mit dem zweiten Platz ist ein Preisgeld der Toto-Lotto-Stiftung in Höhe von 1250 Euro verbunden.
Erfolgreich war außerdem das Jugendorchester der Stadtkapelle Landau. Es war gemeinsam mit 12 weiteren Jugendensembles bei dem ebenfalls im Saalbau in Neustadt stattfindenden Wertungsspielen angetreten. Dabei wurde es in der Kategorie "Leicht" mit dem Prädikat "Mit hervorragendem Erfolg" bewertet und erhielt damit einen von insgesamt drei Preisen in Höhe von 1000 Euro. Den Preis der Sparkasse Mittelhaardt bekam der Jugendsprecher der Stadtkapelle Landau, Raphael Henschen, im Rahmen des Abschlusskonzertes des Landesmusikfestes durch den Oberbürgermeister der Stadt Neustadt, Hans Georg Löffler, überreicht.
(Presse-Information der Stadtkapelle Landau vom 5.6.2009)